Die Anschläge auf  Weihnachtsmärkte und belebten Plätzen hat wieder mal zu Debatten über mehr Videoüberwachung auf öffentlichen und belebten Plätzen geführt. Inzwischen fühlt man sich doch in größeren Menschenansammlungen irgendwie unwohl, vor allem wenn man an den Zugängen die Absperrungen sieht. Wo früher ein Bauzaun reichte, stehen heute ganze Batterien von Betonpfeilern. Für mich ist die Sache eigentlich ganz klar: Mehr Videoüberwachung ist sinnvoll, da auf diese Weise die Strafverfolgung von Verbrechen erleichtert wird. Außerdem ist der Schritt geeignet, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen. Aber natürlich sind Videokameras kein Allheilmittel gegen die – gefühlte und tatsächliche – Zunahme von Gewaltbereitschaft und Verunsicherung in Deutschland. 

Wenn Verbrecher gefilmt werden können, schreckt sie das vermutlich nicht ab, fanatische Überzeugungstäter schon mal gar nicht. Meist haben sie eh schon mit dem Leben abgeschlossen und damit sind ihnen Aufnahmen ja völlig egal. Aber das kann ja kein Grund sein, tatenlos zuzusehen was sich da an Hotspots eventuell zusammenbraut. Ganz klar: Eine Videoaufnahme von einem öffentlichen Platz verhindert in aller Regel keinen Attentäter und seine Pläne, Aber auch für "Alltagsdelikte" können die Aufnahmen gute Dienste leisten. Zur Beweissicherung etwa. 
Im Zweifel kann sie dann wertvolle Hinweise geben und eine Festnahme erleichtern. Schon allein dafür würde es sich lohnen,  die Kamera-Überwachung von öffentlichen Plätzen auszuweiten und so zumindest eine Aufklärung zu erleichtern. 

Ein Beispiel sind Aufnahmen, wo Menschen in der U-Bahn von hirnlosen Idioten mit einem Tritt von hinten eine Treppe hinuntergestoßen wurden. Nur dank Videoaufzeichnungen und einer öffentlicher Fahndung mit diesem Material gelang es anschließend, den Täter zu identifizieren. Vielleicht ist es ja doch eine Abschreckung für den ein oder anderen, das kann niemand mit Sicherheit verneinen. Aber es ist eine Genugtuung für die Opfer, Wir brauchen viel mehr von diesen Kameras.

Die strengen Datenschutzbestimmungen in Deutschland sprechen allerdings häufig dagegen. Aber jeder, wirklich jeder mit dem man spricht, stimmt doch der Aussage zu, dass man nichts zu verbergen hat. Ja und selbst wenn irgendwas kompromittierendes aufgezeichnet wird.... es wird privat bleiben. Wer soll denn Interesse haben gezielt Bilder privater Natur ins Netz zu stellen? Jeder hat heute ein Handy mit Kamera bei sich – und damit die Möglichkeit, seine Umgebung ständig zu fotografieren und zu filmen und dann ins Internet zu stellen. Das ist zwar verboten und steht unter Strafe, aber tausende solcher Filme sind halt doch für jeden ganz leicht auffindbar. Aber das nimmt man anscheinend einfach so hin. 
Das Problem wurde jahrelang unterschätzt. Wie lächerlich wirken dagegen, angesichts dieser neuen Dimensionen und Möglichkeiten, die Debatten über überschrittene Aufbewahrungsfristen und missachtete Grenzen der Datenspeicherung in den Polizeicomputern?


Wer heute in andere europäische Städte fährt, nimmt es klaglos hin das man in den Aufnahmebereich einer Kamera kommt. Ganze Straßenzüge sind mit kleinen Kameras bestückt.... und ich find das gut so. Jedenfalls ist es für mich der bessere Weg als eine Messerverbotszone einzurichten. Die haben zwar auch einen gewissen Sinn, helfen aber nicht bei einer Strafverfolgung.  Viele Konzerne überwachen ihr Firmengelände mit Videokameras, das wird doch auch von jedem akzeptiert.
Und dann erst der persönliche Umgang mit dem Datenschutz..... Allein das GPS im Mobiltelefon zeichnet auf, wo und wie lange ich an einem Ort war (allerdings kann man das mit etwas Ahnung auch unterbinden). Von unseren smarten Hausassistenten mal ganz zu schweigen....frag Alexa!
Und von den Dutzenden Kundenkarten will ich erst gar nicht reden. Da wird der Datenschutz auf eigenen Wunsch ja komplett ignoriert.