Ausstellung
Henri de Toulouse-Lautrec
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa wurde am 24. November 1864 als Sohn einer adeligen und wohlhabenden Familie im Süden Frankreichs geboren. Der Junge litt unter schwacher Gesundheit und entwickelte früh eine Leidenschaft für Zeichnen und Malen. Bereits als Kind erhielt er Unterricht von einem professionellen Künstler, René Princeteau. Im Alter von 12 und dann erneut mit 14 Jahren brach sich der junge Henri beide Beine. Als Folge davon wuchsen seine Beine nicht mehr, während der restliche Körper sich normal entwickelte. Toulouse-Lautrec konnte diese körperliche Behinderung geistig nie überwinden.
Henri de Toulouse-Lautrec zog 1882 nach Paris und besuchte dort mehrere traditionelle Malstudios. Dort lernte er auch Émile Bernard und Vincent van Gogh kennen. Bald fühlte er sich von den impressionistischen Künstlern wie Edgar Degas mehr angezogen als von dem traditionellen Malstil und gab den Unterricht in den Studios auf.
Lautrec lebte in Montmartre, dem Amüsierviertel mit Kabaretts, Cafés, Restaurants, schäbigen Tanzschuppen und Bordellen. Er tauchte schnell in diese Welt ein und wurde Teil der Bohème-Gesellschaft. Abends konnte man ihn mit Freunden schwätzen und trinken sehen, während er gleichzeitig Skizzen anfertigte. Am nächsten Tag malte er nach diesen Skizzen seine Gemälde und Lithographien.
Die Lithographien von Henri de Toulouse-Lautrec zeigen all die berühmten Persönlichkeiten der französischen Belle Époque. Lautrec kannte sie alle persönlich - Sänger und Tänzer wie Yvette Guilbert, May Belfort, Jane Avril oder den Dichter Aristide Bruant. Viele dieser Lithographien wurden von den Künstlern selbst in Auftrag gegeben - für Poster oder Theaterplakate oder als Illustrationen für Zeitschriften.
Lautrec schuf seine erste Lithographie im Jahr 1891. Seine Beteiligung am Druckprozess war sicherlich nicht sehr eng. Für die besten Lithographien wie Le Divan Japonais bereitete er ein oder mehrere Zeichnungen und Entwürfe vor. Die Umsetzung zur fertigen Lithographie dürfte dann von einem professionellen Grafiker vorgenommen worden sein.
Für die populären großen Auflagen wurde normales Posterpapier verwendet. Die Auflagenhöhen wurden nicht dokumentiert. Sie wurden auf 500 bis 3000 Stück geschätzt und waren natürlich alle unnumeriert und unsigniert. Aber sie trugen entweder seine Signatur oder seine Initialen HT oder einen Stempel im Druckstein selbst.
Das grafische Werk von Henri de Toulouse-Lautrec besteht aus insgesamt 351 Lithographien und 9 Kaltnadelgrafiken.
Er erlitt einen Schlaganfall mit anschließender teilweiser Lähmung und wurde am 20. August zu seiner Mutter auf das Schloss seiner Eltern gebracht. Dort starb Henri de Toulouse-Lautrec wenige Tage später am 9. September 1901 im Alter von nur 36 Jahren.
Das Grab dieses bedeutenden und farbenprächtigen Malers
befindet sich auf dem Friedhof der Barockkirche in Verdelais.
Nach 1897 verbrachte Toulouse-Lautrec mehr Zeit in den Bars als in seinem Studio. Im Jahr 1899 erlitt er einen schweren Nervenzusammenbruch und verbrachte 3 Monate in einer Klinik.
Seine engsten Freunde versuchten, ihn durch Aufenthalte in Badeorten in der Normandie und an der Atlantikküste wieder körperlich auf die Beine zu bringen. Aber er konnte seinen Alkoholmissbrauch nicht mehr kontrollieren. Seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends.
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